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Im Vorfeld der internationalen Klimakonferenz in Kopenhagen im Dezember ist es relevant, Anweisungen für die Nutzung unserer Erde mit bedingungslosem Respekt für den Kreislauf der Natur zu suchen.
Von Frans Drewniak, Architekt (MAA) ![]() Wir leben in einer globalisierten Welt. Die globale Perspektive hat uns Einsicht verschafft, die Entwicklung auf der Erde ist offenbar: wir können das Schmelzen des Eises im Internet live beobachten. Daher müssen wird uns selbst die Frage stellen, ob die international verhandelten Umweltziele (COP 15) ausreichen, um die aktuellen Herausforderungen rechtzeitig zu bewältigen. Ist es genug, unsere Missachtung, gemessen in C02 Ausstoß, durch eine Reduzierung zu ändern, oder sind durchgreifendere Veränderungen notwendig? Cradle To Cradle ist eine Umweltstrategie, die die moderne Auffassung von Nachhaltigkeit, hinterfragt, und eine Vision verfasst, wie die Menschen wieder ins Gleichgewicht mit dem Kreislauf der Natur kommen können. Anstatt verunreinigten Abfall für Müllplätze zu produzieren, müssen Lebensweise und moderne Verbrauchsgüter so entworfen werden, dass der Abfall zu Nährstoffen für zukünftige Produktgenerationen wird: Rohmaterialien für gesunde, lebendige Organismen. Alle anderen Lebewesen auf der Erde sind ein Teil des Kreislaufs der Natur. Die gesamte Biomasse der Ameisen ist vier Mal so groß wie die der Menschen. Trotzdem wird die Frage der Überbevölkerung bei den Ameisen nie relevant. Sie nehmen ihren natürlichen Platz im Kreislauf ein. Cradle to Cradle hat somit ein neues Paradigma geschaffen, das unseren jetzigen Fokus auf die Minimierung unseres schädlichen Einflusses auf die Umwelt ablösen soll, Auf gleiche Weise müssen weitreichende Umweltlösungen in die Gestaltung von Städten und Gebäuden einbezogen werden. Es reicht nicht, nur den Energieverbrauch zu reduzieren. Dadurch können die schädlichen Einflüsse auf Ressourcen und Umwelt hinausgezögert, aber nicht entfernt werden. Wenn wir die nachhaltige Entwicklung als ein Schachbrett betrachten, so entsprechen Energieverbrauch und C02 Emission einem einzigen Feld. Klimaveränderungen und C02 haben zweifellos eine große Bedeutung, aber sie beschäftigen sich einseitig nur mit der C02 Reduktion und so wird die Aufmerksamkeit vom Kern des Problems abgelenkt. Auf der Rio Konferenz der UNO 1992 wurde festgestellt, dass eine nachhaltige Entwicklung sich auf die Summe sozialer, ökonomischer und umweltschutzfreundlicher Faktoren stützen muss. Gesundheit, Wohlfahrt und Wohlbefinden wurden somit bereits damals der eigentliche Maßstab. Es ist nur unendlich einfacher Medieninteresse für die hochinteressanten Dramen der Naturkatastrophen zu schaffen als für die ökologische Gesamtperspektive. Massenhaft neue Projekte erblicken gerade jetzt unter der Überschrift "Passivhäuser" das Licht der Welt. Sie sind im Prinzip eine richtig gute Idee. Trotzdem gebe ich den Rat, dass die Bestrebungen sich um die gesamte architektonische Qualität einer Wohnung drehen müssen, unter Berücksichtgung von Lebensweise, Erlebnissen, Tageslicht, Raumklima, Komfort und gesunden Materialien. Denn da solch ein Haus sehr dicht ist, erleben die Bewohner eines Passivhauses vielleicht nach einigen Jahren ernsthafte Krankheiten, weil einige der verwendeten Baumaterialien umwelttechnisch gesehen genehmigt waren und die erlaubten Grenzwerte nicht überstiegen, aber an sich nicht gesund sind. Energieeinsparungen und C02 Reduktion sind keine Zauberformel! Bestens gedämmte Häuser vor Ort sind auch nicht glaubwürdig, wenn die Materialien mehrmals um die Welt transportiert wurden und unter Verhältnissen produziert wurden, die das Leben und die Gesundheit der Menschen in Gefahr bringen. Wir müssen Substanz im Begriff Nachhaltigkeit verlangen: wir müssen in Übereinstimmung mit dem handeln, was wir sagen. Viele Unternehmensführungen haben dies bereits eingesehen: nur mit einer gesunden und motivierenden Umgebung und Prozessen kann man Mitarbeiter halten und innovative Produkte schaffen. Daher beginnt eine grüne Zukunft mit ganzheitlichen Lösungen, die Ausgangspunkt in Gesundheit, Wohlfahrt und Wohlbefinden der Menschen nehmen. In Dänemark haben wir eine gute Tradition dafür, nachhaltige Lösungen in die Architektur einzubeziehen, sowohl in kleinem als auch in großem Maßstab. Aber das, was die Dänen als einen Vorsprung betrachten, kann zu einem Nachteil werden, wenn kulturelle Arroganz nicht in ausreichendem Maße Platz für neue Ideen und Verbesserungen gibt. Weil das Land eines der besten auf Abfallverbrennung basierten Fernheizungssysteme der Welt hat, ist es z. B. nicht notwendigerweise richtig, dass in Dänemark Abfallsortierung nicht entwickelt werden muss. Insgesamt macht es viel Sinn, trotzdem zu fragen, ob man Wiederverwertung und Biobrennstoffe in seine Betrachtungen einbezogen hat. Die Nation hat gerade eine massive Hochkonjunktur erlebt. Trotzdem wurde nur ein kleinerer Teil des Reichtums zur Aktualisierung des Wohlfahrtsstaates in Form von z. B. besseren Einrichtungen für die neuen Generationen verwendet. Insgesamt betrachtet sollte man sich mehr auf Wohlbefinden, physische Entfaltung und Gesundheit als Voraussetzungen für optimales Lernen in den besten Rahmen für das Aufwachsen der Kinder zum Wohle unserer gemeinsamen Zukunft konzentrieren. Insbesondere davon sollte Nachhaltigkeit handeln. Dass kürzere Duschbäder und Energiesparbirnen mit schlechtem Licht gerade im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen, ist darauf zurückzuführen, dass wir nicht rechtzeitig die natürlich vorkommenden Ressourcen berücksichtigt haben. Wenn unsere Gebäude eingerichtet wären, um Regenwasser wiederzuverwenden und Energie zu sammeln, könnten wir mit gutem Gewissen das Baden und schöne Beleuchtung als natürliche Entfaltungsmöglichkeiten genießen und nicht als sündhafte Aktivitäten. Die nachhaltige Tagesordnung muss mit einem höheren Maß an Synergie zwischen Natur und Ressourcen ausgebaut werden. Wir müssen demonstrieren, dass wir imstande sind, eine positivere grüne Agenda für die Art zu schaffen, in der wir unsere physische Umgebung und Räume einrichten, so dass sie kulturelle Entwicklung, Gesundheit und Wohlbefinden unterstützen. Das Ziel ist eine Architektur, die die Empfindlichkeit gegenüber der Natur als unsere wesentlichste gemeinsame Ressource verinnerlicht. www.vuggetilvugge.dk |