Sikkative

(update 01.05.06)


Sikkativ – aus spätlat. siccativus "trocknend" zu lat. siccare "trocknen".

Sikkative sind Stoffe (in Terpentin gelöste Metallseifen), die ölhaltigen Farben, Lacken und Firnissen in geringen Mengen zugesetzt werden, um ihren Trocknungsprozess zu beschleunigen.
Beim Verwenden zu hoher Dosis der Sikkative kann die Trocknung aber auch deutlich verzögert oder gar gestoppt werden. Außerdem können Farbtrübungen und Rissbildungen innerhalb des Farbauftrags auftreten. Deutsche Industrie Norm behandelt die Sikkative unter DIN 55901 - "Trockenstoffe für Lacke und Anstrichstoffe".

Trocknung ist eine durch Autooxidation angeregte katalytische Reaktion, die zu Molekülvergrößerung und Polymerisation führt. Sikkative wirken bei diesen Prozessen als Katalysatoren (Beschleuniger der chemischen Reaktion). Der eigentliche Oxidationsprozess ist mit und ohne Sikkative ein kontinuierlicher Prozess, der über Jahrhunderte verläuft. Bei so genannten trocknenden Ölen (wie z.B. Leinöl, Walnußöl, Mohnöl) geschieht dieser Vorgang in der Natur ganz von alleine, braucht aber viele Wochen und Monate dazu.


Einsatz von Sikkativen in Ölfarben

Sikkative sind ein wichtiger Bestandteil der Ölfarben, der den Trocknungsprozess beschleunigt. Die Trocknung von Ölfarbe ist chemisch gesehen eine Oxidation, bei der die trocknenden Öle zuerst an Gewicht und Volumen zunehmen, dann jedoch wieder verlieren (zuerst Runzel, dann Rißbildungen).
Durch Einsatz von Sikkativen läßt sich die Zeit, die Ölfarbe braucht, um scheinbar trocken zu werden, von 5-12 Tagen (dünner Leinölauftrag, abhängig von verwendeten Pigmenten) auf einen bis zwei Tage reduzieren. Bei übermäßigem Gebrauch von Sikkativen setzt ein frühzeitiger Alterungsprozess ein, der sich in starken Runzelbildungen und "Vergilben", später durch starke Rissbildungen bemerkbar macht.

Häufig verwendete Sikkative sind Schwermetalloxide von Pb, Mn, Co, Zn oder Metallsalze. Einige Pigmente, wie z.B. Bleiweiß haben eine natürliche sikkative Wirkung.




arwela 2006