Hilfestellung für Bauwillige zur erfolgreichen Durchführung eines Bauprojektes

(update 05.07.06)

Denken Sie darüber nach, Ihre Immobilie demnächst umzubauen, instandzusetzen, zu modernisieren, mit anderen Worten besser zu machen? Oder schmieden Sie gar die Pläne vom Neubau? Dabei fühlen Sie sich leicht verunsichert, ob Sie diese Aufgabe selbst bewältigen könnten? In diesem Fall haben Sie die Komplexität und die Verantwortung, die mit solchen Vorhaben verbunden sind, erkannt. Eigene Möglichkeiten und Fähigkeiten entsprechend einzuschätzen ist der erste wichtige Schritt zu Ihrem Eigentumstraum.

So könnte Ihr Grobschema bei Bewältigung der Bauaufgabe aussehen:

marker1   Was ist die Ausgangslage (Ist-Zustand)?

marker2   Was sind die Möglichkeiten (Kann-Zustand)?

marker3   Was ist die Zielsetzung (Soll-Zustand)?


marker4   Wie kommt man zum Ziel (optimalen Ergebnis)?

marker5   Aufteilung der Aufgaben. Welche Hilfe von Außen soll geleistet werden?


Wer ist sich sicher, dass er sich den letzten Punkt sparen kann, der muß nicht weiter lesen und kann gleich mit der Erfüllung seiner Träume loslegen.

Nun etwas ausführlicher zu den einzelnen Punkten:

Die Ausgangslage

Dazu zählen die Immobilie selbst, aber auch alle mögliche Erkenntnisse und Informationen über sie und das bevorstehende Bauvorhaben, zum Beispiel:
Klären Sie für sich den groben Rahmen der bevorstehenden Leistungen. Sprechen Sie darüber mit Ihrem Architekten, der Ihnen seine unverbindliche Meinung sagt (denn ohne genaue Analyse und Vorplanung kann man nun keine Verbindlichkeit erwarten, dennoch lässt ein kleines Beratungsgespräch oft falsche Entscheidungen, die später Geld kosten, von vornherein vermeiden).

Die Möglichkeiten

Zu Ihren Möglichkeiten zählen:

Finanzen
 - Erspartes
  - Bausparverträge
  - aktuelle Kreditfähigkeit
  - ...

Eigenleistung
  - durchführen einzelner Arbeiten (z.B. Tapezieren, Streichen, Teppich verlegen …)
  - Übernahme einzelner Gewerken – entsprechende Erfahrung empfehlenswert (z.B. Maler-, Fliesen-, Trockenbauarbeiten … )
  - Übernahme der einzelner Planungsleistungen – Leistungsphasen (z.B. Angebotsprüfung und Auswertung der Vergabe, Bauüberwachung…). Achtung: sich über Nachteile und Risiken im geplanten Projekt beim Architekten informieren!

Die Zielsetzung

An dieser Stelle ist vor Allem Ihr Gefühl der Zielsetzung gefragt, die Hilfe von Außen kann aber auch manchmal lohnenswert sein.
Als Ziel kommen folgende Maßnahmen in Frage:

Neubau   Neubau

Umbau   Umbau (Umgestaltung des vorhandenen Bauobjektes mit wesentlichen Eingriffen in Bestand)
    - Instandsetzung (Wiederherstellung bis zum bestimmungsmäßigen Gebrauch geeigneten Zustandes)
    - Instandhaltung (Erhaltung des Soll-Zustandes)
    - Modernisierung (nachhaltige Erhöhung des Gebrauchtwertes)
    - Sanierung (…)

Erweiterungsbau   Erweiterungsbau (Ergänzung des vorhandenen Baubestandes)


Der Weg zum Ziel

Möglichkeit 1: mit möglichst kleinem Aufwand (minimale Ausgaben), möglichst viel erreichen (nahe dem gesetzten Ziel).

Möglichkeit 2: möglichst beste Ergebnis mit vorgegebenen Mitteln schaffen.

Beispiele (für Anschauungszwecken stark vereinfacht):

Ausgangslage: bei mir regnet ´s durch die Decke.
Ziel: ich möchte trockene Füße haben.

Hier sind vier verschiedene Fälle mit entsprechenden Lösungen:

Fall A: Ich bin arm dran für eine Dachreparatur, will aber im Trockenen sein. So decke ich das Loch in der Decke mit einem Stück Altblech ab.

Fall B: Ich bin immer noch ein armer Schlucker, habe aber keine Lust immer wieder nach dem Windsturm die Abdeckung aufs Neue anzubringen. So Leiste ich mir ein Flicken der Schadstellen.

Fall C: Ich lasse mir Angebote von mehreren Handwerkern mit einem festgesetzten Finanzierungsrahmen „erstellen“. Von den Angeboten suche ich den besten für mich.

Fall D: Ich lasse mir vom kompetenten Architekten die bestmögliche Lösung für mein Problem unter Berücksichtigung individueller Gegebenheiten und meiner finanziellen Möglichkeiten entwickeln.
Fälle A und B beschreiben das Prinzip „mit möglichst wenig Aufwand, möglichst viel erreichen“. Der Fall C ist ein Beispiel für die Vorgehensweise „möglichst beste Ergebnis mit vorhandenen Mitteln schaffen“. Der Fall D kann beide Wege zum Ziel beschreiben, je nachdem, was gewünscht ist.

Aufteilung der Aufgaben und Hilfe von Außen


Wenn Sie gut bedacht und gewissenhaft diese Checkliste vor dem Start Ihres Bauprojektes durchgehen, reduzieren Sie wesentlich die Gefahr, sich finanziell und moralisch zu übernehmen.


Gutes Gelingen!

Dipl.Ing. Andreas Laukart



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